Zürich wächst. Und damit auch die Frage, wie unterschiedliche Menschen, Bedürfnisse und Ansprüche im öffentlichen Raum zusammenfinden. Die Kampagne «So geht Stadt» bündelt, was bisher viele Einzelmassnahmen leisteten, und gibt ihnen eine gemeinsame Haltung: keine Verbote, keine Drohungen, sondern eine Einladung zum Miteinander.
Ausgangslage
Ob Littering, Lärm oder Belästigung: Die Stadt Zürich begegnet Spannungen im öffentlichen Raum seit Jahren mit verschiedenen Kampagnen und Massnahmen. «Zürich schaut hin», «Heh du», Nachtruhe-Plakate, Zusammenarbeit mit dem Nachtleben. Sie alle kreisen um dieselbe Grundfrage: Wie wollen wir zusammenleben? «So geht Stadt» fasst diese Bemühungen erstmals unter einem Dach zusammen und gibt ihnen eine einheitliche Stimme.
Kooperation statt Repression
Verbote erzeugen Widerstand. Wer sich bevormundet fühlt, reagiert mit Trotz. Das zeigt die Forschung zu psychologischer Reaktanz ebenso wie konkrete Zahlen: Ein positiver Appell reduzierte gemäss der IGSU die Littering-Quote in der Schweiz um 60 Prozent, ein autoritärer Ton nur um 25. «So geht Stadt» setzt deshalb auf einen anderen Hebel: das Gefühl, dazuzugehören. Wer sich als Teil der Stadt versteht, handelt aus Einsicht und nicht aus Angst vor Strafe. Die Kampagne ermutigt, dankt und verbindet, statt zu kontrollieren.