Die Berner Historikerin Lisia Bürgi arbeitete zuletzt als Co-Leiterin Politik und Mobilität bei Swiss Cycling und kennt sich in Themen der nachhaltigen Mobilität und Verkehrspolitik bestens aus. Als waschechte Stadtbernerin und ehemalige Rundgangleiterin beim Verein StattLand kennt sie zudem jede Ecke der Stadt – und zwar aus fast jedem Zeitalter.
Die gebürtige Zugerin Giulia Schneitter studierte Internationale Beziehungen in Genf und Basel, ist Vorstandsmitglied im Campaign Camp und arbeitete zuletzt in verschiedenen Funktionen im Sekretariat der GRÜNEN Schweiz, zuletzt als Bereichsleiterin Kommunikation. Es überrascht daher nicht, dass Umweltthemen zu ihrem Spezialgebiet zählen.
Die beiden starteten bei uns mitten in der heissen Phase der Kampagne gegen die Halbierungsinitiative – und packten von Beginn weg tatkräftig mit an. So tatkräftig sogar, dass sie gleich noch in der Probezeit einen politischen Grosserfolg mitfeiern durften. Nicht schlecht für einen Einstand, oder?
Giulia und Lisia verbindet übrigens nicht nur ihre Affinität zur Politik: Sie fahren beide leidenschaftlich gerne Velo und stricken ab und zu Sophie Scarfs in allen erdenklichen Farben.
Damit ihr die beiden noch etwas besser kennenlernen könnt, haben wir ihnen ein paar Fragen gestellt.
Aare oder Zugersee?
L: Eindeutig Aare. Und sowieso Fliessgewässer.
G: Immer See. Ausser beim Zugersee. Wer weiss, der weiss.
Sorbet oder Rahmglacé?
L: Das kommt ganz auf meine Laune an, wobei Rahmglacé etwas häufiger das Rennen macht.
G: Rahm. Ist wie Joghurt in noch besser!
Skifahren oder Badeferien?
L: Beides eher selten im klassischen Sinne. Ich freue mich jeweils auf die Saison, die kommt und bin dann gerne draussen unterwegs – am Langlaufen, Velofahren oder Wandern und nutze fast jede Gelegenheit für einen Sprung ins Wasser.
G: Beides! Aber Badeferien am liebsten kombiniert mit Wandern oder Velofahren.
Stricken oder Häkeln?
L: Bis jetzt Stricken, denn Gehäkelt habe ich seit der Schulzeit nicht mehr. Aber das könnte sich durchaus ändern.
G: Hatte grad eine längere Häkel-Phase, jetzt bin ich zurück im Strick-Game. Und bei beidem muss ich mich regelmässig in Geduld üben.
Velofahren in der Stadt oder auf dem Land?
L: Für die Seele am liebsten auf wenig befahrenen Strassen oder im Wald. Im Alltag aber quasi immer im Gewusel der Stadt – und dabei regelmässig tief am Durchatmen.
G: Fun fact: Ich fahre zwar Rennvelo, aber in der Stadt bewege ich mich erst seit circa zwei Monaten mit dem Velo. Ich bin eigentlich bekannt dafür, immer zu Fuss unterwegs zu sein.
Ein politischer Kompromiss oder ein selbst gestrickter Schal – was hält länger?
L: Auch wenn politische Kompromisse manchmal etwas Unbefriedigendes an sich haben, sie sind meist recht stabil. Ein Sophie Scarf hingegen ist schnell mal in einer neuen Farbe gestrickt; was aber nicht heisst, dass der alte nicht mehr zum Einsatz kommt.
G: Der politische Kompromiss hat im besten Fall viele Leute, die ihn auf beiden Seiten festhalten, selbst wenn sie ihn eigentlich schon loslassen wollen. Der Schal dagegen hat nur mich; er hat keine Sitzungen, keine Diskussionen, keine Protokolle, die ihn tragen. Dafür ist der Kompromiss empfindlicher, wenn mal wieder alle an ihm ziehen…
Süss oder salzig zum Zmorge?
L: Salzig, mit ein paar süssen Happen dazwischen.
G: Guetzli. Bei mir kann man viel lernen über die Unterteilung von Guetzli in Zmorge-Guetzli und Dessert-Guetzli.
Wenn du für einen Tag unsichtbar wärst: Was würdest du tun?
L: Als Gwundernase würde ich hinter Türen schauen wollen, die mir sonst verschlossen bleiben: in eine Bundesratssitzung, in einen Operationssaal oder in die Kabine einer Lokomotive.
G: Hmm, eigentlich will ich lieber nicht unsichtbar sein, sondern all die Unsichtbaren sichtbar machen…das Klima, die Biodiversität, Queers und alle, die unter dem Patriarchat leiden, Geflüchtete, Menschen ohne Geld, People of Color und Menschen mit Behinderungen…