Deshalb scheitern eure Digitalisierungsprojekte

Spoiler: Oft scheitern Digitalisierungsprojekte an fehlendem Mut für kulturelle Veränderungen. Deshalb wollen wir euch Mut machen – und unsere Erfahrung aus bald 20 Jahren digitale Transformation teilen.

Digitalisierung? Haben wir bei Feinheit seit 2006 rauf und runter gespielt. Wir durften unzählige Transformationsprojekte begleiten und durchführen – und dabei oft erleben, woran sie scheitern oder weshalb sie fliegen. Unsere Top 5 Gründe, warum digitale Projekte baden gehen, gibt’s hier auf den Punkt.

  1. Angst vor kulturellen Veränderungen

«Kulturelle Veränderung» wird von Gemini folgendermassen definiert: 

«Culture Change» bezieht sich auf Veränderungen in der Kultur einer Organisation, Gemeinschaft oder Gesellschaft, die sich auf Denkweisen, Verhaltensweisen und Werte auswirken. Es geht um die Transformation von Verhaltensmustern und Normen, um eine neue, bessere oder notwendige Kultur zu etablieren. 

Sind Menschen nicht gewillt, Gewohnheiten, Verhaltensweisen und Denkmuster zu überdenken oder sogar anzupassen, wird’s schwierig. Oft liegen diesem Widerstand Ängste zugrunde: Angst vor Veränderung, Angst den Anschluss zu verpassen oder Angst, dass das eigene Know-How an Wert verliert –  man selbst damit an Daseinsberechtigung in einem Unternehmen.

So geht’s besser: Reinen Wein einschenken. Ängste und schlechte Erfahrungen mit ähnlichen Projekten müssen unbedingt ernst genommen und frühzeitig ausgeräumt werden. Herausforderungen und mögliche Zielkonflikte oder Unsicherheiten ansprechen. Offene und ehrliche Kommunikation ist, wie in fast jeder Lebenslage, matchentscheidend. Digitale Transformation gelingt mit Offenheit, Vertrauen sowie Geduld unter- und füreinander. 

  1. Die eigene Perspektive für die einzige halten

Digitale Transformation ist oft notwendig, um am Puls der Zeit zu bleiben und den Anschluss an die Zielgruppen nicht zu verlieren. Das bedeutet nicht, dass jede fancy Idee auch nützlich ist und umgesetzt werden sollte.
Und: Es ist Gift für Digitalisierungsprojekte – und ehrlich gesagt für Kommunikationsprojekte jeglicher Art – davon auszugehen, dass man fähig ist, selbst alle Perspektiven miteinzubeziehen. Deshalb müssen die Bedürfnisse von allen betroffenen Endnutzer:innen effektiv abgeholt werden. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass das Digitalisierungsprojekt nicht an funktionierenden und sinnvollen User Journeys vorbei konzipiert wird.

So geht’s besser: Wert legen auf Diversität der Perspektiven. Und: Zuhören. Dazu empfehlen wir, in einem frühen Projektstadium auf Methoden des Human Centered Design Ansatzes zurückzugreifen. 

  1. Fehlende technische Expertise in der Projektleitung

Fundiertes und spezialisiertes technisches Know-How im Projektteam sowie bei allen Dienstleister:innen ist ein absoluter Hygienefaktor. Wir stellen allerdings fest: Zu oft wird die Komplexität von Digitalisierungsprojekten unterschätzt, was dazu führt, dass Projektteams nicht die notwendige technische Ausbildung oder Erfahrung mitbringen.  

So geht’s besser: Ein gut ausgebildetes und erfahrenes Projektteam ist der wichtigste Erfolgsfaktor. Damit Projekte gelingen und Ziele sowie Budgets eingehalten werden können, lohnt sich je nach Ausgangslage auch zusätzliche Unterstützung, Schulungen oder Weiterbildungen. 

  1. Wackelige Projekt-Grundlagen

Ein koordiniertes und effektives Vorgehen ist nur möglich mit einer sauberen und messbaren Zielsetzung, einer fundierten Strategie sowie einer übersichtlichen (Budget-)Planung. Zudem: Es muss allen Projektbeteiligten – intern wie extern – klar sein, wer in welchen Rollen welche Entscheidungen fällt. 

So geht’s besser: Aufwände, Zielerreichung und Planungseinheiten regelmässig überprüfen. Und auch wenn es etwas Mut braucht: Stellt sich im Verlauf des Projektes heraus, dass es Justierungen, Ergänzungen oder begründete grundlegende Anpassungen an Zielsetzungen, Strategie oder an weiteren Rahmenbedingungen braucht, sollten diese unbedingt vorgenommen und dokumentiert werden. 

Unflexible Strategien sind schwache Strategien. Damit Digitalisierung funktioniert, braucht es unweigerlich die Flexibilität, auf Änderungen in der Technologie und im Markt einzugehen. Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess und nicht mit einer einmaligen Initialisierung abgeschlossen. 

  1. Fehlende Augenhöhe

Werden involvierte Personen überfordert und/oder übergangen, fehlt die Kommunikation und werden Feedbacks nicht ernst genommen, können neue Widerstände entstehen oder bestehende verstärkt werden.

So geht’s besser: Faire Chancen für alle. Es muss allen klar sein, was ihre Rolle im Projekt verlangt und welchen Entscheidungsspielraum sie darin haben. Nachteilsausgleiche hinsichtlich technischer Affinität, Sprachbarrieren oder weiteren Hürden gehören anerkannt und abgebaut. Nur so wird Augenhöhe in der Zusammenarbeit hergestellt, und nur so können alle notwendigen Perspektiven wirkungsvoll miteinbezogen werden. 

Jacqueline Cardano

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