Representation matters: Warum wir das Gislerprotokoll unterstützen.

Das Gislerprotokoll vereint für Akteur*innen der Kommunikationsbranche Grundsätze, die eine facettenreiche Repräsentation aller Geschlechter zum Ziel haben, insbesondere in der Werbung. Ins Leben gerufen wurde das Protokoll von der Zürcher Werbeagentur Jung von Matt, mittlerweile haben sich über zwanzig Agenturen aus der ganzen Schweiz dieser Gisler-Koalition angeschlossen. Von Anfang an ist auch Feinheit Teil davon.

Die Werberin Doris Gisler Truog hat mit ihrer berühmten Blumenstrauss-Kampagne Ende der 60er massgeblich zur Einführung des Schweizer Frauenstimmrechts beigetragen. Ihr ist das Gislerprotokoll gewidmet. Als Agentur mit einen Schwerpunkt in politischer Kommunikation halten wir diese Kampagne für einen symbolisch wichtigen Meilenstein.

Jung von Matt rannte bei uns mit dem Gislerprotokoll offene Türen ein. Logisch, haben wir uns der Gisler-Koalition angeschlossen.

Warum braucht es das Gislerprotokoll?

Agenturübergreifende Initiativen wie das Gislerprotokoll sind wichtig, weil sie Sichtbarkeit für ein Thema schaffen. Dadurch fordern sie die Berufsleute über ihr persönliches Interesse hinaus heraus und sensibilisieren sie. Als Berufsleute, die mit Werbung und Kommunikation den öffentlichen Raum mitprägen, haben wir eine besondere Verantwortung gegenüber Repräsentation. Wir können mit unserer Arbeit einen Beitrag zur Dekonstruktion von Stereotypen leisten. Die Medienbranche kennt bereits diverse Projekte, die in dieselbe Richtung zielen. Höchste Zeit also, dass auch bei den Werbeagenturen Bewegung entsteht.

Wozu bekennt sich die Gisler-Koalition?

Mit dem Gislerprotokoll bekennen sich Agenturen zu fünf Standards, nach welchen sie ihre tägliche Arbeit ausrichten können. Diese Standards sind einfach:

  • Mitmeinen reicht nicht: Wir achten auf eine inklusive Sprache. Selbst der Duden hat das generische Maskulinum abgeschafft. Wir verwenden immer beide Geschlechtsformen oder eine neutrale Form, die alle Geschlechter repräsentiert.
  • Wer sucht, findet: Wir fördern die Chancengleichheit in der Zusammenarbeit mit externen Personen. Wir empfehlen unseren Kund*innen eine ausgewogene Auswahl an Kooperationspartner*innen und setzen uns für eine Vielfalt an Perspektiven ein.
  • Raus aus den 50er Jahren: Wir vermeiden stereotype Rollenbilder und zeigen unterschiedliche Lebensentwürfe. So stellen wir sicher, dass wir der Realität der Schweiz gerecht werden und sorgen für einen #klischeeknick.
  • Den Spiegel vorhalten: Wir sensibilisieren unsere Kundschaft für ihre Verantwortung in der Darstellung der Geschlechter und unterstützen sie dabei, relevant, zeitgemäss und klischeefrei zu kommunizieren.
  • Kein Mensch ist eine Topfpflanze: Wir erkennen und ändern Ideen, bei denen keine Frau vorkommt oder bei denen die Rolle der Frau durch eine Topfpflanze oder einen Hund ersetzt werden kann. Die Zeit von dekorativen Beifahrerinnen und fürsorglichen Kulissenmüttern ist vorbei.

Wie setzt Feinheit das Gislerprotokoll um?

Für Feinheit sind alle Punkte gleich wichtig. In unserer holakratisch organisierten Agentur hat sich die inklusive Sprache bereits als Policy eingenistet und ist für uns eine Selbstverständlichkeit. In unseren Kampagnen ist es erfolgsrelevant, dass wir die Realität der vielfältigen Lebensentwürfe abbilden und Stereotypen vermeiden. Und dank unserer Kundschaft aus den Bereichen Non-Profit, öffentliche Institutionen, Bildung oder Gesundheit entsteht bei jedem Projekt beinahe automatisch ein wertvoller Austausch über unsere gemeinsame Verantwortung in diesem Bereich. Neben Sprache, Repräsentation und Chancengerechtigkeit ist für uns auch Barrierefreiheit ein zentrales Thema, dem wir sogar eine eigene interne Interessensgemeinschaft widmen.

Wir wollen Kampagnen und digitale Produkte entwickeln, die repräsentativ, barrierefrei und sicher sind - by design. Wir sind noch nicht am Ziel. Aber auf dem Weg. Das Gislerprotokoll ist Teil unserer Wanderkarte.

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