«Meet the Street»: Gamification-Kampagne für Verkehrssicherheit

Wer zu Fuss unterwegs ist, hat keine schützende Karosserie um sich. Jeder vierte Verkehrstote ist heute ein Fussgänger. Um die Sicherheit auf der Strasse zu erhöhen, startet der Fachverband Fussverkehr Schweiz eine Kampagne, die erstmals mit «Meet the Street» voll auf Gamification setzt und sich gezielt an Jugendliche richtet.

Das kostenlose Spiel «Meet the Street» für iPhone und iPad vermittelt auf spielerische Art die wichtigsten Verkehrsregeln. Mit der simultanen Kontrolle von rasenden Polizeiautos und schlurfenden Teenies mit Kopfhörer verbindet das Spiel auf realistische Weise die Perspektive von Fussgängern und Fahrzeuglenkern.

Während die Zahl der schweren Strassenverkehrsunfälle in den letzten zehn Jahren gesunken ist, verunfallen in der Schweiz weiterhin durchschnittlich 2‘500 Fussgänger pro Jahr. Jeder vierte Verkehrstote ist heute ein Fussgänger. Gefährliche Orte sind nicht nur Fussgängerstreifen, sondern zunehmend Strassenquerungen abseits von markierten Übergängen. Hier ereignen sich über 60 Prozent der Unfälle mit Passanten.

Fussverkehr Schweiz ist überzeugt, dass sich viele dieser Unfälle vermeiden lassen. Der Fachverband, der sich seit über 30 Jahren für die Verkehrssicherheit auf der Strasse einsetzt, startet eine Handy-Kampagne, die vom Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt wird und sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Als Risikogruppe sind sie überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt und mit konventionellen Verkehrssicherheits-Kampagnen schwer zu erreichen.

Das umfangreiche Mobile-Game «Meet the Street» erlaubt einen spielerischen Zugang, um praxisnahes Wissen über Verkehrssituationen zu vermitteln und angemessenes Verhalten zu fördern. Mit «Meet the Street» setzt Fussverkehr Schweiz als eines der ersten NGO in der Schweiz voll auf «Gamification». Dahinter steckt die Idee, die Mechanik von Spielen gezielt für Sensibilisierungskampagnen zu nutzen. Der Spass-Faktor schafft die nötige Aufmerksamkeit, um gezielt Inhalte zu verbreiten. Games sorgen gleichzeitig für eine hohe und andauernde Interaktion, was die Wirksamkeit einer Kampagne erhöht.

Im Gegensatz zum beliebten Computerspiel «Grand Theft Auto», gibt es bei «Meet the Street» keine Punkte, wenn Fussgänger rücksichtslos überfahren werden. Das Game der Zürcher Kreativagentur Feinheit für iPhone und iPad belohnt, wenn Zusammenstösse vermieden und Fussgänger sicher ans Ziel gelangen. Aus der Vogelperspektive schlüpft der Spieler gleichzeitig in die Rolle von Passanten und Fahrzeuglenkern. In Echtzeit muss entschieden werden, wer im Verkehrsgetümmel Vortritt hat. Die Reise führt von ruhigen Landstrassen in Kleinstädte und endet im Chaos der Metropole.

Beim Spiel «Meet the Street» müssen Bremswege von Traktoren, Lastwagen oder Trams wie auch das Verhalten von Fussgänger realistisch eingeschätzt werden. Wie reagieren spielende Kinder, Musik hörende Teenager oder Senioren am Stock auf heranbrausende Fahrzeuge? Als edukatives Spiel fördert «Meet the Street» sicheres Verkehrsverhalten, das über die Befolgung strikter Verkehrsregeln hinausgeht und auf wertvolle Alltagserfahrung setzt.

Mobile-Games by FEINHEIT

Spielkonzepte in Kampagnen zu integrieren, bleibt eine hohe Kunst und setzt viel Knowhow voraus. Deshalb hat Feinheit eine interne Spielschmiede aufgebaut. Mit Erfolg: Bereits 2012 landete das iPhone-Spiel «Pingwin Adventures» auf den Top25 im iTunes-Store.

Seit 2012 hat Gamedesigner Jeremy Spillmann das Zepter in der FEINHEIT-Ideenwerkstatt übernommen. Der Schöpfer von «Hollow Grounds» hat auch «Meet the Streets» entwickelt. In der Pipeline für Sommer 2013 liegt bereits der nächste Wurf: «Born to Run» – ein waghalsiges Wettrennen hoch über den Hausdächern.

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